Klassiker „BRAUN PS 500“ von Dieter Rams

Schallplattenspieler Braun PS 500

„Gutes Design ist unaufdringlich” Produkte, die einen Zweck erfüllen, haben Werkzeugcharakter. Sie sind weder dekorative Objekte noch Kunstwerke. Ihr Design sollte deshalb neutral sein, die Geräte zurücktreten lassen und dem Menschen Raum zur Selbstverwirklichung geben. (Zitat, Dieter Rams) Dieser Schallplattenspieler BRAUN PS 500 stammt aus dem Jahr 1968. Dieter Rams, der frühere Chefdesigner des bekannten Elektrogeräte Herstellers, versuchte in den späten 70er Jahren eine Reihe von Thesen aufzustellen, um seinen Qualitätsbegriff in der Produktgestaltung zu analysieren und zu definieren. Die ausgewählte „Regel“ aus seinen zehn Thesen für gutes Design kann sehr gut auf dieses Objekt angewendet werden. Rams fordert Neutralität und definiert, dass seine Produkte weder dekorative Objekte, noch Kunstwerke seien. Trotzdem oder gerade deshalb ist hier ein äußerst ästhetisches Stück entstanden. Die Thesen werden in geringfügig veränderter und erweiterter Form in aktuellen Ausstellungen besprochen.

Um darüber hinaus den gesellschaftlichen Kontext herzustellen, möchte ich von folgender Recherche berichten, bei der mir der Atem stockte: Der BRAUN PS 500 war einer der wenigen Einrichtungsgegenstände die Andreas Baader, deutscher Terrorist  der linksextremen Rote Armee Fraktion RAF, bei seiner Untersuchungshaft in die Justizvollzugsanstalt Stuttgart Stammheim mitnehmen konnte. Am 18. Oktober 1977 beging er mit einer Schusswaffe in seiner Zelle Selbstmord. Die Pistole bewahrte er im Korpus dieses Plattenspielers auf. Der Künstler Gerhard Richter hat den BRAUN PS 500 in einer Photoserie festgehalten. Ein Gerät dieser Baureihe befindet sich in meiner Ausstellung. +++ EUR 300,—

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